Die Branche bewegt sich. Wer kommt zuerst ans Ziel?
Im vergangenen Dezember haben wir mit dem Hühner-Check die vier mächtigsten Schweizer Grossverteiler unter die Lupe genommen. Danach stellte sich die Frage: Wie werden sie reagieren? Heute können wir sagen: Es tut sich etwas. In den nächsten Wochen schauen wir genau hin, wer sich bewegt, wer zögert und wer sich als Erste:r traut, wirklich etwas für die Tiere zu verändern.
In der Schweiz werden jedes Jahr über 80 Millionen Masthühner gehalten und getötet. 92 Prozent stammen aus schnell wachsenden Rassen: In nur rund 30 Tagen wächst ihr Körper schneller, als das Herz und die Knochen mithalten können. Ob sich daran etwas ändert, entscheiden zu einem grossen Teil die Grossverteiler. Sie bestimmen, welche Rassen eingesetzt werden und wie die Tiere gehalten werden.
Was seit dem ersten Hühner-Check passiert ist
Die Bilanz nach einem Jahr ist gemischt, aber eines ist klar: Es kommt Bewegung in die Branche.
- Migros hat diesen Frühling angekündigt, bei ihrer Eigenmarke Optigal umzustellen. Damit bewegt sich die Marktführerin als erste. Was das für die Hühner bedeutet, zeigen wir am 9. November.
- Lidl, Aldi und Coop haben auf unsere Fragen reagiert. Das allein ist schon mehr als vor einem Jahr. Doch steckt dahinter echter Wandel oder bleibt es bei leeren Worten? Die Antworten zeigen wir in den kommenden Wochen.
Diese Fortschritte zeigen: Bessere Standards sind möglich. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wer zuerst und wie verbindlich.
Europa ist schon weiter
Seit 2016 haben über 200 Lebensmittelunternehmen in Europa das Better Chicken Commitment (BCC) unterzeichnet, darunter Aldi in Deutschland, Frankreich und Spanien sowie Lidl in Deutschland, Frankreich und Belgien. Auch grosse Gastronomie-Anbieter wie die Compass Group haben sich verpflichtet. Was im Ausland längst Standard ist, gilt für die Schweizer Ableger derselben Unternehmen bis heute nicht.
In der Schweiz hat bisher kein Grossverteiler das BCC unterzeichnet. Vielleicht kennen Sie es auch unter dem Namen European Chicken Commitment (ECC): Gemeint sind dieselben Standards.
Die Kundschaft ist bereit
Gerne verweisen Grossverteiler auf ihre Kundschaft: Man biete an, was nachgefragt werde. Wir wollten wissen, ob das stimmt. Deshalb haben wir im Spätsommer 2026 beim Meinungsforschungsinstitut LeeWas eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Auch diese werden wir in den kommenden Wochen veröffentlichen.
Die Antwort ist deutlich: 94 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass Masthühner tierfreundlicher gehalten werden. Und fast drei Viertel sehen die Grossverteiler in der Pflicht, das Tierwohl zu verbessern.
Konsument:innen können nur wählen, was im Regal steht. Welche Rassen dort landen, entscheiden die Händler.
Das erwartet Sie in den nächsten Wochen
Ab dieser Woche aktualisieren wir den Hühner-Check Schritt für Schritt. Jede Woche nehmen wir uns einen Teil der Branche vor:
- 2. November: Lidl und Aldi unter der Lupe.
- 9. November: Migros. Die Marktführerin legt vor. Was die Optigal-Umstellung für die Hühner bedeutet.
- 16. November: Coop. Migros wagt den Schritt. Wann zieht Coop nach?
- 19. November: Das neue Gesamtranking. Wer liegt vorne, wer muss nachziehen?
Am Ende steht ein aktualisierter Hühner-Check. So bleibt nachvollziehbar, wer Fortschritte macht und wer nicht.
Machen Sie mit
Über 27’000 E-Mails haben Sie und andere Unterstützer:innen bereits an die Grossverteiler geschickt, mehr als wir uns als Ziel gesetzt hatten. Diese Stimmen wirken: Sie sind ein Grund, warum sich heute etwas bewegt. Jetzt kommt es darauf an, dass aus Ankündigungen verbindliche Zusagen werden. Ihre Stimme zählt.
Eine Ausnahme machen wir vorerst bei der Migros: Sie hat mit der Optigal-Umstellung einen ersten Schritt angekündigt. Wir sind mit ihr im Austausch und geben ihr Zeit für die Umsetzung. Deshalb richten sich die E-Mails jetzt an Coop, Aldi und Lidl. Macht die Migros nicht vorwärts, nehmen wir sie wieder in die Aktion auf.







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