Auslauf-Initiative reicht Unterlagen zur Vorprüfung ein
Das Initiativkomitee hat die Unterlagen zur Vorprüfung der «Eidgenössischen Initiative für regelmässigen Auslauf ins Freie zugunsten aller landwirtschaftlich gehaltenen Tiere» (Auslauf-Initiative) bei der Bundeskanzlei eingereicht. Die Initiative verlangt einen verbindlichen gesetzlichen Rahmen für regelmässigen Auslauf landwirtschaftlich gehaltener Tiere. Nach Abschluss der Vorprüfung startet in einigen Wochen die Unterschriftensammlung.
«Heute dürfen die meisten landwirtschaftlich gehaltenen Tiere in der Schweiz nicht nach draussen. Mit der Auslauf-Initiative wollen wir das ändern und das Leben von Millionen von Tieren verbessern», sagt Naomi Rey, Kampagnenleiterin der Auslauf-Initiative.
Noch bevor die erste Unterschrift gesammelt wurde, kann die Initiative auf eine breite Unterstützung zählen: Seit ihrer Ankündigung im Herbst 2025 haben sich bereits über 7’500 Personen registriert und bereit erklärt, gemeinsam mehr als 300’000 Unterschriften auf der Strasse und im persönlichen Umfeld zu sammeln. Damit ist klar: Das Thema mobilisiert schon jetzt unglaublich viele Menschen.
Gespräche mit dem Schweizer Bauernverband
Der Einreichung gingen Gespräche mit dem Schweizer Bauernverband (SBV) voraus. Um diesen Gesprächen den nötigen Raum zu geben, haben die Initiant:innen die Lancierung zuvor um einige Monate verschoben. Ziel war es zu prüfen, ob verbindliche Verbesserungen beim Tierwohl auch ausserhalb eines Volksbegehrens erreicht werden können.
Die Trägerschaft strebt verbindliche gesetzliche Standards für den regelmässigen Auslauf landwirtschaftlich gehaltener Tiere an. Der SBV hingegen setzt auf freiwillige und marktorientierte Lösungen. Letztere können dem Anliegen der Auslauf-Initiative jedoch nicht genügend Rechnung tragen. Die Gespräche führten daher leider zu keiner Einigung, weshalb das Initiativkomitee sein Anliegen nun im Rahmen einer Volksinitiative weiterverfolgt. Dennoch betont die Trägerschaft ihre Offenheit in Bezug auf den künftigen Prozess: Sie ist jederzeit zu weiteren Gesprächen mit Branchenakteur:innen bereit.
Initiative will verbindliche Standards im Dialog schaffen
Tierwohl und regelmässiger Auslauf werden seit Jahren politisch diskutiert. Allein in den vergangenen Monaten wurden mehrere parlamentarische Vorstösse zu diesen Themen eingereicht. Trotz bestehender Förderprogramme ist der Zugang ins Freie für die meisten aller landwirtschaftlich gehaltenen Tiere nicht vorgeschrieben. Die Initiative will für die jährlich über 80 Millionen in der Schweizer Landwirtschaft gehaltenen Tiere verbindliche Standards schaffen und regelmässigen Auslauf gesetzlich verankern.
Die gewählte Initiativform der Allgemeinen Anregung lässt einen grossen Handlungsspielraum bei der Ausarbeitung des Verfassungstextes. So wird sichergestellt, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten im parlamentarischen Verfahren aufgenommen und bestmöglich berücksichtigt werden können.
Nächster Schritt
Die Bundeskanzlei prüft nun die eingereichten Unterlagen. Nach Abschluss der Vorprüfung startet die Unterschriftensammlung. Bis dahin bereitet die Trägerschaft die nationale Sammelphase vor.
Breite Trägerschaft hinter der Initiative
Die Auslauf-Initiative wird von KAGfreiland, Sentience, der Stiftung für das Tier im Recht (TIR) und VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz lanciert. Ein Initiativkomitee aus Vertreter:innen der Landwirtschaft, Zivilgesellschaft, Fachpersonen und Politiker:innen ergänzt die Trägerschaft, denn Tierwohl entsteht im Dialog.
«Obwohl unsere Bundesverfassung die Würde der Tiere schon seit über 30 Jahren schützt, verbringen viele landwirtschaftlich gehaltene Tiere bis heute ihr ganzes Leben im Stall. Mit der Auslauf-Initiative soll sich das nun endlich ändern.» so Sibel Konyo, rechtswissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung für das Tier im Recht (TIR).
Kontaktperson

Co-Geschäftsleitung und Kampagnenleitung
