Geben wir den unsichtbaren Tieren eine Stimme

Fragen des Tierschutzes werden in der Schweiz vor allem in Bezug auf Wildtiere, Haustiere und sogenannte «Nutztiere» diskutiert. Dabei gehen diejenigen Individuen vergessen, deren Interessen wir am allermeisten vernachlässigen und die durch den Rechtsstaat kaum oder überhaupt nicht geschützt werden. Wir sprechen von denjenigen Tieren, die gemeinsam mit uns im urbanen oder suburbanen Raum leben, jedoch nicht bei uns zuhause. Denjenigen, die uns fremd sind und die wir als «hässlich» oder «lästig» empfinden. Denjenigen, denen wir aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Funktion innerhalb der Gesellschaft ihre Würde absprechen. Wir sprechen von den «unsichtbaren» Tieren – Tauben, Ratten, Bienen und Fischen.

Wie wir Menschen besitzen auch all diese Tiere die Fähigkeit, Leid und Glück zu empfinden. …

Die Berücksichtigung der Leidensfähigkeit als entscheidendes moralisches Kriterium ist das Kernanliegen von Sentience. Bereits seit 10 Jahren setzen wir uns deshalb auf politischer Ebene für die Interessen nicht-menschlicher Tiere ein. Nicht nur aus moralischer Perspektive ist es höchste Zeit, die «unsichtbaren» Tiere in den Fokus zu rücken. Auch aus ökologischer Sicht sollten wir uns mehr mit ihnen auseinandersetzen. Denn sie leisten alle auf ihre Weise einen Beitrag zu unserem gemeinsamen Ökosystem: Bienen sind essentiell für die Ernährungssicherheit, Ratten halten unsere Strassen sauber und Tauben verbreiten Samen, wenn sie durch unsere Städte fliegen. Sie alle tragen still und unbemerkt zu unserer Gemeinschaft bei.

In unserer Gesellschaft sind die «unsichtbaren» Tiere täglich immensem Leid ausgesetzt. Bienen verlieren aufgrund von Pestiziden ihre Navigationsfähigkeit; Ratten werden mit Rodentiziden vergiftet und sterben unter schrecklichen Qualen; Tauben verenden krank und hungrig auf den Strassen unserer Städte; und Fische leben in Aquakulturen unter Bedingungen, die wir selbst in der Massentierhaltung nicht akzeptieren würden. Wir sind der Überzeugung, dass all diese Tiere mehr Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und Schutz verdienen. Damit wir die heutigen Missstände aus der Welt räumen können, müssen wir das öffentliche Bewusstsein schärfen und die Interessen der Tiere gemeinsam mit Ihnen in die Politik tragen. Bereits durch kleine Veränderungen – wie das Verbot bestimmter Rodentizide oder Pestizide, die Weiterführung von Taubenschlägen und die Verbesserung der Wasserqualität in der Aquakultur – können wir das Wohlergehen von Milliarden von Tieren verbessern.

Handeln Sie jetzt, indem Sie unsere Petitionen unterzeichnen und helfen Sie den «unsichtbaren» Tieren, politische Aufmerksamkeit zu erlangen.

33'318von 40'000 Unterschriften
Ursula P.vor 8 Minuten
Gabriella R.vor 17 Minuten
edith S.vor 26 Minuten
Anouk B.vor 46 Minuten
Julia H.vor 46 Minuten
Elena M.vor 1 Stunde
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Unterstützende Organisationen

Unsere 4 Schwerpunkte

Tauben

In Schweizer Städten leben zwischen 200’000 und 300’000 Stadttauben. Ihre Bedürfnisse und Ansprüche an den urbanen Lebensraum werden jedoch gesellschaftlich kaum wahrgenommen. Auch politisch werden die Interessen der Tauben kaum berücksichtigt, weshalb das Wohlergehen der Tiere zunehmend gefährdet ist. Aktuell gibt es in den Städten zu viele hungernde und dadurch kranke oder geschwächte Tauben. Sie leiden unter Hunger, Stress, Krankheiten und schlechten Lebensbedingungen.

Tauben empfinden Schmerz und Leid, verfügen aber beispielsweise auch über eine komplexe räumliche Orientierungsfähigkeit. Darüber hinaus sind Tauben soziale Tiere: Sie balzen, gehen Paarbeziehungen ein und zeigen kooperatives Verhalten. Trotz klarer Beweise für die Intelligenz von Tauben werden sie noch immer mutwillig geschädigt. Ihre Würde wird missachtet und sie geniessen nicht den rechtlichen Schutz, der anderen nicht-menschlichen Tieren zugestanden wird.

Unterzeichnen Sie noch heute unsere Petition und unterstützen Sie uns beim Schutz der Tauben.

Forde­rungen

1

Erarbeitung eines tiergerechten Tauben-Management-Konzepts

2

Bereitstellung finanzieller Mittel für den Neubau und die Instandhaltung professionell geführter Taubenschläge

3

Tierschutzkonforme und humane Populationskontrolle

4

Förderung des Verständnisses der Bevölkerung für Tauben als Mitbewohner:innen der Städte

5

Bessere medizinische Versorgung der Tauben

Ratten

In der Schweiz sind jedes Jahr zwischen 500’000 und 1,5 Millionen Ratten vom Einsatz von Rodentiziden betroffen. Rodentizide führen dazu, dass Ratten über mehrere Tage hinweg einen qualvollen Tod erleiden. Dabei sind Ratten nicht die einzigen Tiere, die von den Giftstoffen betroffen sind. Auch Wildtiere wie Vögel, Füchse und Fische und sogar Haustiere wie Hunde und Katzen kommen immer wieder mit Rodentiziden in Kontakt. Rodentizide können auch schwerwiegende Folgen für Menschen haben – insbesondere für Kleinkinder.

Das Leid der Ratten wird oft übersehen und gesellschaftlich kaum thematisiert. Dabei sind Ratten nachweislich empfindungsfähige Lebewesen. Sie empfinden Schmerz, Leid, Bedauern, aber auch Vergnügen, Freude, Mitgefühl, und sie können sogar lachen: Ratten kichern, wenn sie gekitzelt werden! Wir sind der Überzeugung, dass es humanere Wege des Zusammenlebens gibt. Deshalb fordern wir ein Umdenken bei der Populationskontrolle von Ratten.

Unterzeichnen Sie noch heute unsere Petition und unterstützen Sie uns beim Schutz der Ratten.

Forde­rungen

1

Erarbeitung eines Ausstiegplans, um Rodentizide durch humanere Methoden der Populationskontrolle zu ersetzen

2

Sensibilisierung für Massnahmen und Methoden zur Vorbeugung von Überpopulationen

3

Einschränkungen beim Verkauf und Einsatz von Rauch- oder Gaskartuschen, die Ratten durch Ersticken und andere Leiden töten

4

Ein Verbot gerinnungshemmender Rodentizide, die bei Ratten einen qualvollen Tod durch innere Blutungen verursachen

5

Ein Verbot von Rodentiziden mit Zinkphosphid, die bei Ratten zu Atembeschwerden, Krämpfen, Kreislaufschwäche, Bauchschmerzen und blutigem Erbrechen führen

Bienen

Als Bestäuberinnen spielen Wildbienen wie die Blattschneiderbiene und die Sandbiene eine entscheidende Rolle für das Gleichgewicht unserer Ökosysteme. Doch werden in der Schweiz jedes Jahr Milliarden Bienen durch den Einsatz von Pestiziden geschädigt. Aktuelle Bemühungen zum Schutz von Bienen konzentrieren sich auf die Auswirkungen von Pestiziden auf die Biodiversität und die öffentliche Gesundheit. Der Fokus liegt jedoch selten auf den Auswirkungen von Pestiziden auf die Bienen selbst.

Das Gehirn von Bienen hat zwar nur die Grösse des Kopfes einer Stecknadel, enthält aber rund eine Million Neuronen. Die neuronale Dichte ihres Gehirns – ein Indiz für Intelligenz – ist damit zehnmal grösser als die eines Säugetiergehirns. Honigbienen haben eine «komplexe Innenwelt», können Probleme lösen und verschiedene emotionale Zustände erleben. Wildbienen sind weniger erforscht als Honigbienen, doch auch sie verfügen über hochentwickelte Lernfähigkeiten und zeigen faszinierende Verhaltensweisen.

Unterzeichnen Sie noch heute unsere Petition und unterstützen Sie uns beim Schutz der Bienen.

Forde­rungen

1

Ausarbeitung eines Absenkpfades für Pestizide aus den Gruppen der Pyrethroide (bspw. Cypermethrin und Deltamethrin) und der Neonicotinoide (bspw. Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam)

2

Stärkere Berücksichtigung der Rolle der Bienen in der Stadt- und Raumplanung (Schaffung naturnaher Grünflächen und Gewässern sowie begrünter Dächern und Fassaden)

3

Verstärkter Einsatz von Blühstreifen (sowie Förderung der Forschung im Bereich der Saatgutmischung zur Förderung des Wohlergehens von Bienen und Wildbestäubern)

4

Strengere Vorschriften für den Einsatz von Mähaufbereitern und Mulchgeräten

5

Bau und Unterhalt artgerechter Nisthilfen für verschiedene Wildbienen-Arten

Fische

Die Fischzucht hat in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2021 wurden in der Schweiz 3’850 Tonnen Fisch «produziert», 2’364 Tonnen davon stammten aus der Aquakultur. Das sind rund 5 Millionen Tiere pro Jahr. Dass in der Fischzucht in Tonnen und nicht in Anzahl Individuen gerechnet wird, verdeutlicht den rein wirtschaftlichen Fokus. Tatsächlich stehen hinter diesen Zahlen empfindungsfähige Wesen, die in der Fischzucht grossem Leid ausgesetzt werden.

Fische weisen kognitive Fähigkeiten auf, die denen anderer Wirbeltiere entsprechen oder diese sogar übertreffen. Die meisten Wassertiere können Schmerzen fühlen. Fische zeigen jedoch auch Anzeichen von Kooperation und Altruismus sowie die Fähigkeit zur Freude – etwa in Form spielerischen Verhaltens. Angesichts der zunehmenden Evidenz für die Empfindungsfähigkeit von Fischen sind wir der Ansicht, dass sie mit dem gleichen Schutzniveau wie andere Wirbeltiere ausgestattet werden müssen.

Unterzeichnen Sie noch heute unsere Petition und unterstützen Sie uns beim Schutz der Fische.

Forde­rungen

1

Erweiterung des rechtlichen Schutzes von Fischen in der Aquakultur

2

Haltungsbewilligung nur für Spezies, die sich – basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen – für die Zucht eignen

3

Allgemeine Verbesserungen der Praktiken in der Fischzucht (z. B. Strukturierung der Becken mit Elementen, die dem natürlichen Verhalten der Fische dienen)

4

Vorschrift zur Aufzeichnung der relevanten Haltungsdaten und zur staatlichen Kontrolle derselben (z. B. Sterberate, Besatzdichte und Wasserqualität)

5

Moratorium zum Bau industrieller Lachszuchten

Warum Tauben, Ratten, Bienen und Fische?

Wir haben die Kampagne «Unsichtbare Tiere» mit dem Verständnis lanciert, dass das mangelnde öffentliche und politische Bewusstsein eine entscheidende Hürde für die Verbesserung der Lebensumstände von Tauben, Ratten, Bienen und Fischen darstellt. Diese Tiere erfahren täglich enormes Leid – häufig aufgrund menschlicher Aktivitäten. Doch ihre Leidensfähigkeit wird entweder völlig ignoriert (wie bei Ratten oder Tauben) oder grundsätzlich in Frage gestellt (wie bei Fischen oder Bienen). Wir bei Sentience glauben, dass die in dieser Kampagne angesprochenen Probleme einfach lösbar sind, da sie nicht auf widersprüchliche Interessen von Menschen und nicht-menschlichen Tieren zurückzuführen sind. Die Probleme sind vielmehr das Resultat fehlenden Bewusstseins.

Unser Ziel ist es, diese Probleme durch die Sensibilisierung der Bevölkerung und den Aufbau politischen Drucks anzugehen und …

… den Weg für eine Zukunft zu ebnen, in der das Leiden aller nicht-menschlichen Tiere im öffentlichen Bewusstsein ist. In der Praxis fördern wir durch die stärkere Berücksichtigung des Wohlbefindens «unsichtbarer» Tiere auch unser eigenes Wohlbefinden. Die Umsetzung unserer Forderungen führt zu einem ökologisch diversen und schadstofffreien Lebensraum für alle Stadt- und Landbewohner. Die Folge wären kleinere, aber gesündere Taubenpopulationen; mehr Biodiversität durch mehr Bienen; sauberere Städte, in denen Haustiere nicht Gefahr laufen, versehentlich durch Rodentizide vergiftet zu werden; und Aquakulturen, die nicht vor der Öffentlichkeit versteckt werden müssen.

Wir hoffen, dass unsere Kampagne eine weitreichende Wirkung entfalten kann, von der auch andere vernachlässigte Tiergruppen profitieren.

Was ist das Ziel unserer Petitionen?

Bei Sentience setzen wir uns dafür ein, die Interessen nicht-menschlicher Tiere in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Um dies zu erreichen, schärfen wir das öffentliche Bewusstsein für spezifische Themen und setzen auf die politischen Mittel, die uns die Schweiz zur Verfügung stellt. Mit unseren vier Petitionen fordern wir die Politik dazu auf, das Leid von Bienen, Ratten, Tauben und Fischen ernst zu nehmen. Je mehr Unterschriften wir für unsere Petitionen sammeln (hier kommen Sie ins Spiel!), desto mehr können wir der Politik zeigen, dass der Bevölkerung der Schutz nicht-menschlicher Tiere am Herzen liegt.

Viele Unterschriften helfen uns, unsere Forderungen aufs politische Parkett zu bringen.

… Befreundete Parlamentarierinnen und Parlamentariern werden unsere Petitionen ins Parlament tragen, wo wir in Form von politischen Vorstössen versuchen werden, einen echten Wandel herbeizuführen. In der Praxis würde das bedeuten: weniger Pestizide für Bienen, weniger Rodentizide für Ratten, verbesserte Populationskontrolle für Tauben und verbesserte Lebensbedingungen für Fische in Aquakulturen.

Derzeit gibt es kaum oder gar keine Lobby für diese nicht-menschlichen Tiere. Gerade deswegen besteht ein enormes Potenzial, durch einfache und praktische Massnahmen viel Leid zu verhindern. Gemeinsam können wir die «unsichtbaren» Tiere sichtbar machen und dazu beitragen, das Leben von Milliarden nicht-menschlicher Tiere zu verbessern. Alles beginnt mit Ihrer Unterschrift.