Landwirtschaft

Wir leben in einer Welt, in der nicht-menschliche Tiere unermesslichem Leid ausgesetzt werden. Das Tierleid in der landwirtschaftlichen Tierhaltung übersteigt dabei das vom Menschen in allen anderen Bereichen verursachte Tierleid um ein Vielfaches. Das liegt vor allem daran, dass fast alle domestizierten Tiere zur Kategorie der sogenannten «Nutztiere» gehören. In der Schweiz werden jährlich fast 80 Millionen Landwirbeltiere für die menschliche Ernährung getötet – im Vergleich etwa zu gut 500’000 Tieren, die pro Jahr zu Forschungszwecken getötet werden. Mit ungefähr 75 Millionen Individuen stellen Hühner den weitaus grössten Prozentsatz, gefolgt von Schweinen mit rund 2.5 Millionen.

Tiere in der Landwirtschaft werden als zu optimierende ökonomische Ressource betrachtet und leben vor der Schlachtung in Verhältnissen, die für andere Tiere oft undenkbar wären. Besonders Masthühner leiden stark: Sie sind völlig überzüchtet und können sich am Ende ihres viel zu kurzen Lebens (Masthühner leben keine 5 Wochen) kaum noch auf den Beinen halten. Viele entwickeln Beinschäden oder Herz-Kreislauf-Probleme, weil das Herz den Körper nicht mehr richtig durchblutet. Bis zu 4 Prozent sterben noch vor der Schlachtung im Stall. Auch Schweine leben eng zusammengepfercht und nur die wenigsten haben die Chance, sich draussen im Schlamm zu suhlen – wie es ihren Bedürfnissen entsprechen würde.

Unsere Lösung

Das immense Tierleid in der Landwirtschaft ist unnötig und vermeidbar. Wie es anders geht, zeigen die Entwicklungen in der Forschung. Heute besteht breiter Konsens darüber, dass die Forschung an Tieren schwierige ethische Fragen aufwirft. Aus diesem Bewusstsein heraus sind Regeln entstanden, die zu einem starken Rückgang an Tierversuchen geführt haben. Die wichtigste Regel lautet, dass es nur dann erlaubt ist, ein Tier zu töten, wenn nachgewiesen werden kann, dass es dazu keine valable Alternative gibt. In der Landwirtschaft werden jedoch Millionen gesunde Tiere nach einem Bruchteil ihrer Lebenserwartung getötet, ohne dass dafür der geringste Nachweis der Alternativlosigkeit erbracht werden muss.

Dies ist besonders stossend, weil im Landwirtschaftsbereich viel weniger auf dem Spiel steht als in der Forschung. Die Entwicklung neuer Medikamente rettet möglicherweise unzählige Leben, während es beim Konsum von Tierprodukten vor allem um etwas Gaumenspass geht. Wenn es also eine Pflicht gibt, Alternativen zu Tierversuchen zu suchen, dann sollte diese Pflicht in der Landwirtschaft umso stärker sein. Für Sentience ist deshalb klar, dass das aus der Forschung bekannte 3R-Prinzip – Refine, Reduce, Replace – auch in der Landwirtschaft zur Anwendung kommen muss: Die Haltung von Tieren soll weniger leidvoll sein (Refine), quantitativ verringert (Reduce) und – sofern verfügbar – zwingend durch Alternativen ersetzt werden (Replace).

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